MGEPA Patientenbeauftragte - Schwangerenvorsorge – Gleichzeitige Versorgung von Hebamme und Gynäkologin – geht das?

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Büro der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten

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Schwangerenvorsorge – Gleichzeitige Versorgung von Hebamme und Gynäkologin – geht das?

Fr. L. ist im vierten Monat schwanger und gesetzlich krankenversichert (GKV). Vor zwei Wochen ist sie aus Bayern nach Nordrhein-Westfalen gezogen und hat im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen eine neue Gynäkologin aufgesucht.

Vor der Untersuchung durch die Ärztin wurde Fr. L. aufgefordert, eine Erklärung zu unterschreiben. Sie sollte mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass keine zeitgleiche Vorsorge durch eine Hebamme stattfindet. Gegebenenfalls würden Untersuchungen in der Praxis nach der ärztlichen Gebührenordnung privat in Rechnung gestellt.

Fr. L. war verunsichert und bat das Büro des Patientenbeauftragten um Prüfung des Sachverhalts und um Aufklärung, welche Hebammen- und ärztliche Leistungen sie während der Schwangerschaft als GKV-Leistungen ohne Zuzahlungen in Anspruch nehmen kann.

Fr. L. wurde an die zuständige Kassenärztliche Vereinigung vermittelt und erhielt dort die Auskunft, dass das Vorgehen der Gynäkologin sachlich nicht korrekt beziehungsweise nicht vertragsarztrechtkonform sei.

Eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt darf die Vorsorgebehandlung einer Schwangeren nicht davon abhängig machen, dass versichert wird, auf parallele Vorsorgeleistungen bei Hebammen zu verzichten. Die Zustimmung zu einer Privatabrechnung darf ebenfalls nicht eingefordert werden

Ärztinnen und Ärzte können ihre Leistungen abrechnen, auch wenn die Schwangere ergänzend die Schwangerenvorsorge durch eine Hebamme durchführen lässt. Die Mutterschaft-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sieht vor, dass während der Schwangerschaft und nach der Entbindung Ärzte, Krankenkassen und Hebammen zusammenwirken sollen.

In der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum Thema „Versorgung mit Leistungen der Schwangerenvorsorge und deren Vergütung“ teilt diese mit, dass die Hebamme eine Vorsorgeuntersuchung mit der Krankenkasse abrechnen kann, sofern diese den Leistungsinhalten und Zeitintervallen der jeweils gültigen Fassung der ärztlichen Mutterschafts-Richtlinien als Versorgungsstandard entsprechen. Als Dokumentationsgrundlage und Nachweis dient hier der Mutterpass.

Demnach stehen Schwangeren im Rahmen der Schwangerenvorsorge drei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Schwangerenvorsoge durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen
  • Schwangerenvorsorge durch eine Hebamme
  • Schwangerenvorsorge durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologe gemeinsam mit einer Hebamme.

Zur Vermeidung von Irritationen und Verunsicherungen im Verlauf der Schwangerschaft, ist es sinnvoll, am Anfang der Schwangerschaft abzuwägen, welches der drei Behandlungsmodelle bevorzugt wird. Die Entscheidung sollte möglichst vor Übernahme der Schwangerschaftsvorsorge in einem Gespräch mit den ärztlichen Fachkräften und der Hebamme besprochen werden. Ärztinnen und Ärzte müssen einem gemeinsamen Behandlungsmodell nicht zustimmen und können eine Zusammenarbeit mit der Hebamme ablehnen.

Fr. L. hatte den Wunsch die Schwangerenvorsorge durch eine Gynäkologin und eine Hebamme durchführen zu lassen. Sie hat eine Ärztin gefunden, die die gemeinsame Betreuung unterstützt.

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