MGEPA Patientenbeauftragte - Kostenübernahme im Ausland

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Büro der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten

Anschrift: Fürstenwall 25, 40219 Düsseldorf
Öffnungszeiten: MO-DO 8.00-15.30 Uhr, FR 8.00 -14.00 Uhr

E-Mail: kontakt@lbbp.nrw.de
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Patiententelefon: 0211 855 3008

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Kostenübernahme im Ausland

Ein junger Patient plante nach Abschluss seines Studiums eine Rundreise durch Südamerika. Aufgrund einer chronischen Erkrankung ist regelmäßig eine Kontrolluntersuchung notwendig, bei welcher die Medikation des Patienten auf Ihre Wirksamkeit überprüft und bei medizinischer Notwendigkeit neu eingestellt wird.

Vor diesem Hintergrund fragte der Ratsuchende eine Kostenübernahme der notwendigen Medikamente und Untersuchungen bei seiner privaten Auslandskrankenversicherung an. Diese lehnte eine Kostenübernahme ab, da sie lediglich einen Versicherungsschutz für  unvorhergesehene Krankheitskosten auf Reisen sowie die Übernahme für die Kosten eines medizinisch notwendigen Rücktransports anbietet. Im Anschluss stellte der Betroffene eine Anfrage bei seiner gesetzlichen Krankenversicherung. Diese teilte dem Ratsuchenden mit, dass die Kosten für eine medizinische Behandlung lediglich in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, der Schweiz oder den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen übernommen werden.

Da nach diesen Informationen die Versorgung der chronischen Erkrankung des Patienten außerhalb Europas nicht sichergestellt war, nahm er Kontakt mit dem Büro des Patientenbeauftragten NRW auf, um auf die Versorgungslücke hinzuweisen und um Unterstützung bei seinem Problem zu erhalten.

Eine Klärung der Situation konnte auf der Grundlage des § 18 Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung herbeigeführt werden.

Demnach gehört die Versorgung von chronisch kranken Patienten, die eine Auslandreise außerhalb Europas  antreten möchten zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Diese Kostenübernahme wird für maximal sechs Wochen im Jahr gewährt und die Kosten werden dann maximal bis zu der Höhe übernommen, zu welcher sie in Deutschland entstanden wären. Dazu müssen Menschen mit chronischen Erkrankungen ihrer Krankenkasse vorab nachweisen, dass sie keine private Krankenversicherung für notwendige Behandlungen im Ausland abschließen können, indem sie zwei bis drei Ablehnungsschreiben von privaten Versicherern im Rahmen ihres Antrags auf Kostenübernahme einreichen. Die gesetzliche Krankenversicherung prüft den Antrag, erteilt eine Kostenübernahmezusage und übernimmt im Nachgang die Kosten gemäß den gesetzlichen Vorschriften.

Abschließend informierte das Büro des Patientenbeauftragten den Ratsuchenden noch über die diplomatischen Vertretungen der Länder, welche er bereisen wollte. Um auf diesem Weg  die Kontaktmöglichkeiten und Beratungsstellen vor Ort zu identifizieren, die Einfuhrbedingungen von Arzneimitteln in Erfahrung zu bringen sowie Recherchen über den Leistungsumfang und die Versorgungsqualität der einzelnen Länder durchzuführen.

Ausgestattet mit diesen Informationen, konnte der Ratsuchenden einen Antrag bei seiner Krankenkasse stellen und die notwendige medizinische Versorgung seiner chronischen Erkrankung außerhalb Europas sicherstellen.

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