MGEPA Patientenbeauftragte - Kostenübernahme einer ambulanten Psychotherapie

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Büro der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten

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Kostenübernahme einer ambulanten Psychotherapie

Der minderjährige Sohn einer Ratsuchenden fand den Vater eines Freundes leblos vor. Dieser hatte versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Sohn und ein weiterer Helfer führten erfolgreich Wiederbelebungsmaßnahmen durch.

Sein Umfeld war zunächst beeindruckt, wie souverän der junge Mann das Erlebte verarbeitete. Ein halbes Jahr später kam jedoch der psychische Einbruch. Aufgrund von Panikattacken und Atemnot wagte er kaum mehr, das Haus zu verlassen. Seine Ausbildung litt darunter, zahlreiche Fehltage folgten und seine sozialen Kontakte brach er ab.

Daraufhin bemühte sich die Mutter für ihren Sohn um einen Termin bei einem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung. Von acht kontaktierten Therapeuten hatten fünf eine Wartezeit von über einem halben Jahr, drei weitere gaben keine Rückmeldung. Aus diesem Grund beschloss die besorgte Mutter einen privat niedergelassenen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Sie ging dabei korrekt vor und beantragte bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme einer ambulanten Psychotherapie nach § 13 Abs. 3 SGB V. Sie stellte diesen Antrag vor Beginn der Behandlung und legte die Gründe dar, warum eine Psychotherapie notwendig sei. Außerdem fügte sie das Protokoll der vergeblichen Suche nach einem Psychotherapeuten mit Kassenzulassung sowie eine Bescheinigung des Psychotherapeuten der Privatpraxis bei, dass er die Therapie kurzfristig übernehmen könne.

Obwohl alle Unterlagen korrekt eingereicht waren, lehnte die Krankenkasse den Antrag zunächst ab. Die Krankenkasse argumentierte, dass die vertragspsychotherapeutische Versorgung grundsätzlich gesichert sei. Die Ratsuchende kontaktierte daraufhin den Patientenbeauftragten.

Bei der Prüfung der Unterlagen ergab sich, dass eine ärztliche Bescheinigung fehlte, die die Dringlichkeit und Unaufschiebbarkeit der Behandlung belegte. Auf Anraten des Patientenbeauftragten widersprach die Ratsuchende der Ablehnung und fügte eine Bescheinigung des Hausarztes bei. Da der junge Mann sofortige Hilfe durch eine Psychotherapie benötigte und seine Probleme sowohl sein Arbeits-, als auch sein soziales Leben beeinträchtigten, gab die Krankenkasse dem Widerspruch gemäß § 13 Abs. 3 SGB V statt und sagte die Kostenübernahme zu.

Näheres zum Thema Ambulante Psychotherapie und Kostenerstattung finden Sie unter unserem Themenschwerpunkt Psychotherapeutische Behandlung.

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