MGEPA Patientenbeauftragte - Behandlungsprobleme von Menschen mit Behinderung beim Zahnarzt

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Büro der Landesbehinderten- und Patientenbeauftragten

Anschrift: Fürstenwall 25, 40219 Düsseldorf
Öffnungszeiten: MO-DO 8.00-15.30 Uhr, FR 8.00 -14.00 Uhr

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Behandlungsprobleme von Menschen mit Behinderung beim Zahnarzt

Herr W., Vater eines Jugendlichen mit Mehrfachbehinderung, berichtet über einen geplanten Zahnarztbesuch. Bei seinem Sohn sollten mehrere Karies Behandlungen durchgeführt werden. Aufgrund der Schwere der Behinderung, war dazu eine Intubationsnarkose und somit die Anwesenheit eines niedergelassenen Anästhesisten erforderlich. Da bereits in der Vergangenheit zahnärztliche Behandlungen notwendig waren, wandte sich Herr W. erneut an den bisher behandelnden Zahnarzt.

Dieser teilte ihm mit, dass er diesmal die Behandlung nicht durchführen könne, da der Anästhesist, mit dem er über Jahre hinweg zusammenarbeitete, in den Ruhestand gegangen sei. Sein Nachfolger wolle aufgrund zu geringer Vergütung  für die  notwendige Narkose die Mitbehandlung nicht übernehmen. Alle Bemühungen, einen neuen Kooperationspartner zu finden, seien bislang gescheitert und der Vater müsse nun für diese Behandlung einen anderen Zahnarzt aufsuchen oder einen stationären Aufenthalt in Kauf nehmen. Diese zusätzliche Belastung für den Sohn wollte Herr W. nicht hinnehmen und wandte sich an das Büro des Patientenbeauftragten.

Der sogenannte Sicherstellungsautrag für die ambulanten Anästhesieleistungen (als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung) obliegt den Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Problematik ist bei der KV bekannt und wird durch die mangelnde Kenntnis seitens der Ärzte über die Vergütungsmöglichkeiten einer ausgedehnten Zahnarztnarkose verursacht.

Jeder Anästhesist im Geltungsbereich der KV erhält ein individuelles Budget für die Narkose bis zu einer Obergrenze mit den vollen Preisen der Euro-Gebührenordnung vergütet. Diese Obergrenze orientiert sich an den individuell erbrachten Leistungen des Vorjahresquartals. Überschreitet ein Anästhesist sein Budget, so bekommt er im Folgejahr ein entsprechend höheres. Darüber hinaus kann eine individuelle Anpassung des Budgets in begründeten Sonderfällen vorgenommen werden. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Anästhesist Narkosen von einem anderen Facharzt übernimmt. Auf Antrag kann dann das Budget für Narkosen erhöht werden.

Die KV sichert zu, sich durch  ein Informationsschreiben um Aufklärung zu bemühen.

Diese Informationen wurden Herrn W. sowie seinem Zahnarzt zur Verfügung gestellt. So konnte der Zahnarzt gemeinsam mit dem Anästhesisten eine Zusammenarbeit, insbesondere im Sinne der Patienten mit Behinderung, sicherstellen.

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